SOMMERÜBERRASCHUNGEN

Der Sommer ist da und hat mir ein paar Überraschungen mitgebracht.

Vor allem die Erkenntnis: Ich kann prima meine Pläne durchkreuzen. Wollte ich doch eigentlich, wie in meinem letzten Beitrag angekündigt, sowohl mein nächstes Lieblingsbuch vorstellen, als auch am neuen Projekt arbeiten. Tja. Das war ein guter,  ja ein sehr guter Plan, aber: „Nicht mit mir!“

Ich will viel nämlich lieber in der Sonne sitzen und mich dabei … „SOMMERÜBERRASCHUNGEN“ weiterlesen

Zwitschern in der Nacht

Ich weiß in diesem Jahr ganz genau, wann der Frühling angefangen hat. Und zwar, als in Leipzig mitten in der Nacht vom 23. auf den 24. März die Vögel zwitscherten. Da hat’s angefangen. Auf den Punkt.

Ansonsten die Buchmesse in der Kurzzusammenfassung: Reichlich Kollegen und Freunde getroffen, aber auch viele verpasst, einige neue kennengelernt, ziemlich viel zugehört, aber auch tüchtig selber gequatscht, gutes Essen und feinen Wein getrunken, eine tolle Unterkunft gehabt, ein empfang und zwei Partys, 100 Zigaretten, und gelernt, dass für Taxifahrer Pfingsten ein noch viel bessereres Geschäft als die Buchmesse ist. Weil: „Zwitschern in der Nacht“ weiterlesen

Kurz vor der Buchmesse Leipzig – Schönheit und Groll

Ich komme eben aus dem wunderbaren Haus des Rundfunks in der Marsurenallee, in dem heute der rbb seinen Sitz hat.  Ich liebe dieses Gebäude, von außen ahnt man nicht, wie viel Schönheit es in sich verbirgt.  Alleine der Paternoster! Sicher einen der letzten in Berlin. Was mir am Radio im Allgemeinen besonders gefällt, ist, „Kurz vor der Buchmesse Leipzig – Schönheit und Groll“ weiterlesen

Die Feier zum Buch

Wenn ein Buch seinen langen Weg von der ersten klitzekleinen Idee bis zur Veröffentlichung gegangen ist, ist die Zeit für eine Feier gekommen.

Am 10.April lese ich darum in der Trinkhalle Möbel-Olfe in Kreuzberg aus „Weit weg ist anders“ vor. Es gibt natürlich einen Büchertisch, eine kleine Ansprache meiner Insel- Lektorin, Gesine Dammel, der Schauspieler und Sänger Roman Shamov steuert ein paar Lieder dazu, es gibt Getränke und hoffentlich viele, die mit mir feiern.

Das Foto ist von einer Freundin. Die macht ganz tolle Bilder, mehr davon unter prokura.eu

 

Video und Bücher

Der Vorablesen-Videoaufruf für den Trailer von „Weit weg ist anders“ ist beendet und erfreulich viele Leser*innen haben sich daran beteiligt. Jetzt bin ich gespannt wie ein Flitzebogen, was das Videoteam von Insel daraus bastelt. Im Laufe der kommenden Woche wird der Trailer fertig sein und dann stelle ich ihn natürlich hier vor.

Meine Idee, die Leser der Vorablesen-Plattform zu befragen, hat übrigens gleich ein anderer Verlag  geklaut übernommen. Naja.

Ansonsten ziehen sich die Tage bis zur Buch-Veröffentlichung am 6. März. Im Hause Schmidt erwartet man täglich den Karton mit den ersten Exemplaren.  In diesem waren sie jedenfalls nicht, wie man an dem enttäuschten und gleichzeitig vorwurfsvollem Blick erkennen kann.

 

Am Anfang stand ein Brief

Nellie Bly  Zehn Tage im Irrenhaus

Die Karriere von Nellie Bly (1864-1922) begann mit einem wütenden Leserbrief. Anlass ihrer Empörung war eine konservative Kolumne, in der gegen Frauen, die sich nicht auf Haushalt und Kindererziehung beschränken wollten, gewettert wurde. Ihre Entgegnung muss beeindruckend gewesen sein, denn der Herausgeber des „Pittsburg Dispath“ engagierte sie daraufhin kurzerhand als Journalistin.

Nellie Bly, gerade 18 Jahre alt,  schrieb eine Serie über Fabrikarbeiterinnen und verfasste Artikel zum Scheidungsrecht. Doch schnell wurden ihr nur noch „frauentypische Themen“ wie Gartenarbeit, Mode, Kunst oder Gesellschaftsnachrichten zugewiesen, die sie langweilten. Sie zog von Pittsburgh nach New York und kam über einige Umwege zur Tageszeitung „New York World“.

Deren Chefredakteur, Joseph Pulitzer, fragte, ob sie sich für einen Insider-Artikel in die psychiatrische Anstalt auf Blackwell’s Island  einweisen lassen würde.  Sie sagte zu. Und schrieb darüber: „10 Tage im Irrenhaus“. „Am Anfang stand ein Brief“ weiterlesen

Übers Lesen

Ich lese keine hundert Bücher im Jahr. Zum Glück. Ich wäre dann nämlich nicht in der Lage, mir mehr als einen Bruchteil von dem Gelesenen länger zu merken. Und ich mag es, wenn Bücher – Teile davon zumindest – eine längere Zeit im Kopf hin-und herschwappen. Insofern bin ich sehr froh, nicht beruflich lesen und mir schnell eine Meinung bilden zu müssen.

Ich lese trotzdem jeden Tag. Bis vor einer Weile habe ich versucht, das Lesen so weit wie möglich vom eigenen Schreiben zu trennen, nicht als Autorin zu lesen, sondern einfach so, wie die meisten Menschen, als Konsumentin. Das funktioniert immer weniger. Eigentlich gar nicht mehr. Ich bedauere das manchmal. Ständig sitzt die Autorin im Kopf, liest mit und mäkelt. Oder sie langweilt sich, wird ungeduldig, unduldsamer. Früher fand ich das Lesen an sich so schön, dass der Inhalt eine untergeordnete Rolle spielte. „Übers Lesen“ weiterlesen